3. Fazit und Ausblick
..............1 : 2.1 : 2.2 : 2.3 : 3.I english

Alle drei Arbeiten verbindet die Frage nach der Individualit
ät eines Menschen.
Aus meiner bisherigen Erfahrung sehe ich Identit
ät als eine Konstruktion,
die als Reaktion auf gesellschaftliche Notwendigkeiten im Laufe eines Lebens
ausgebildet und auch wieder ver
ändert wird. In dem Kulturkreis, von dem
mein Denken gepr
ägt ist, lernen die Menschen von Kindheit an, sich selbst
zu beurteilen und auch wieder andere zu beurteilen.

Bei den Deutschen Volksfesten und Sich selbst finden reflektiere ich aus
dem Gef
ühl meiner Erinnerung Lebensphasen wie Kindheit und Jugend.
Ich sensibilisiere mich f
ür Lebenssituationen, zu denen ich mich verbunden
f
ühle. Aus dieser kreativen Spannung zwischen meinem eigenen Interesse
und der Beobachtung anderer Menschen formuliere ich meine Bilder. Ich
werde mir meiner beobachtenden und gestaltenden Position als Photograph
bewusst, und befrage bei Wie in einen Spiegel schauen meine eigene
Identit
ät. Aus dieser intensiven Auseinandersetzung mit mir selbst ist im
Laufe der Zeit immer kr
äftiger der Wunsch gewachsen, mich intensiver nach
aussen mitzuteilen und mit anderen Menschen zu kommunizieren.
Kolonien des Eigensinns, eine Auftragsarbeit der Stiftung Bauhaus, Dessau,
ist in den Jahren 1996 - 1997 entstanden. Sie vermittelt einen Einblick in die
heutige Lebenssituation der Menschen in Bitterfeld - Wolfen, der ehemaligen
Chemieregion zu Zeiten der DDR.
Bei meiner aktuellen Arbeit Acker * Arable Land thematisiere ich, im Zyklus der
Jahreszeiten, das Verh
ältnis des Menschen zur Natur und zeige eine ermutigende
Auseinandersetzung mit dem Alter.

Meine Erfahrungen mit dem photographischen Darstellungsprozess lassen
mich das Photographieren mit der Inszenierung eines Theaterst
ückes
vergleichen. Bei einer Theaterinszenierung werden die menschlichen
Charaktere von Schauspielern dargestellt. In der Photographie nimmt
das Bild die Position eines Schauspielers ein. Photographie arbeitet mit
der Faszination einer inhaltlichen Mehrdeutigkeit und der Pr
äsentation
eines photographisch fixierten Bildes, das von den Betrachtern selbst
interpretiert wird.


......................................................<<< .I. SEEING AND BELIEVING