2.3. Wie in einen Spiegel schauen .....
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Nach dieser intensiven Auseinandersetzung mit der Lebensweise anderer
Menschen, wollte ich mich mit meiner eigenen Identit
ät beschäftigen.
Wie in einen Spiegel schauen ist schwerpunktmässig in den Jahren
1990 - 1995 in unserer Wohnung in Essen entstanden. Ich habe diese
r
äumliche Beschränkung gewählt, um mich für die Eindrücke
sensibilisieren zu k
önnen, von denen ich alltäglich umgeben bin.
Der Wechsel von Licht und Schatten inspirierte meine Wahrnehmung
vertrauter Lebensr
äme. Das Wachsen der Blumen verdeutlichte mir
die Entwicklung im Laufe der Zeit. Meine ausl
ösende Intention war,
meinen damaligen Gem
ütszustand zu reflektieren und zu verarbeiten.
Ich begann, die sukzessive Ver
änderung meiner persönlichen
Befindlichkeit zu thematisieren. Ich wollte Selbstportraits anfertigen,
die den Eindruck vermitteln, als ob ich in einen Spiegel schauen w
ürde,
und dadurch einen mir allt
äglich vertrauten Anblick fixieren.

Zwischen meinem gedanklichen Impuls, ein Bild von meiner momentanen
Befindlichkeit aufzunehmen, und dem photographischen Ergebnis steht
der photographische Aufnahmeprozess, der eine ganz neue Situation
hervorruft. Nachdem ich die Kamera vor mir installiert habe, nehme ich
gedanklich eine Haltung und einen Gesichtsausdruck ein, von dem ich
annehme, dass er dem meines urspr
ünglichen Gefühls entspricht,
und l
öse die Kamera aus. Ich photographiere mein Gesicht, ohne es
zu sehen. Sp
äter treffe ich aus einer Vielzahl von Photos meine
bewusste Auswahl.

Ich dokumentiere einen Prozess der Selbstreflexion. Meine Motivation
war die Darstellung meiner Nachdenklichkeit, sowie meiner damaligen
Verletztheit, und der aus dieser Auseinandersetzung entstandene
Wille, mich zu entfalten.
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