andreas weinand photographie : künstlergespräch
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2.2. Sich selbst finden ..........................1 : 2.1 : 2.2 : 2.3 : 3 I english |
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| In Auseinandersetzung mit meiner eigenen Jugend ist von 1988 - 1990 der Zyklus Sich selbt finden in Essen entstanden. Das Lebensgefühl der Menschen, die ich bei dieser Arbeit photographierte, erinnerte mich entfernt an mein eigenes Gefühl als Jugendlicher, in der Gesellschaft keine eigene Zukunftsperspektive zu sehen. Den Protest, den wir damals in der Verweigerung einer Anpassung an gesellschaftliche Konventionen sahen, empfand ich auch bei den Menschen die mir bei Sich selbst finden begegneten. Im Laufe der Entwicklung dieser Arbeit wurde mir jedoch meine interpretierende Position als Photograph sehr bewusst: Das Geschehen, welches ich bei Sich selbst finden miterlebte, war nicht mehr mit dem meiner eigenen Jugend vergleichbar. Ich spürte auch, dass ich ihren Lebensstil mit den Augen eines Erwachsenen betrachtete. Es lagen mittlerweile mehr als zehn Jahre dazwischen. Aus dieser Spannung zwischen Sympathie und Distanz entwickelte ich meine photographische Aussage. Beide Arbeiten thematisieren die Frage nach der Identität des Einzelnen in der Gemeinschaft mit anderen. Die Menschen in beiden Gruppen suchen soziale Kontakte. Sie schaffen Verhaltenskonventionen und demonstrieren ihre Lebensweise nach aussen. Man kann sagen, dass die Eltern und Familien - mitglieder bei den Deutschen Volksfesten an einer Reihe von Regeln festhalten, die vorherige Generationen für sie erschaffen haben, und an deren Vermittlung für zukünftige Generationen sie jetzt selbst mitwirken. Vereinfacht gesagt, lehnen die Menschen von Sich selbst finden die Erziehung ihrer Eltern und die Konventionen der Gesellschaft ab, und schaffen eine Lebensweise, die diese Ablehnung ausdrückt. In der Weise, wie sie ihren Protest leben, schaffen sie sich aber auch Regeln und Verhaltenskonventionen, die ihre Lebensweise beeinflussen. |
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